Feb 08

von Christian Fürchtegott Gellert

Inhalt

In dem Gedicht „Der Tanzbär“ von C.F. Gellert, 1746 verfasst, geht es um einen Tanzbär, der von seinem Dresseur flüchten kann und in einen Wald/seine Heimat, zurückkehrt. Dort wird er mit offenen Armen empfangen und voll integriert. Dann beginnt der Tanzbär von seiner Vergangenheit zu berichten und kommt dabei auch auf das Tanzen zu sprechen. Zur Veranschaulichung fängt er an einen polnischen Tanz aufzuführen.

Die anderen Bären sind von den Bewegungen des Tanzbären begeistert und versuchen es selbst. Allerdings fehlt ihnen die [jahrelange] Ausbildung des Tanzbären und ihre Versuche misslingen. Als der Tanzbär bemerkt, dass er etwas Besonderes kann, mit dem er sich von den anderen abzeichnet, tanzt er [stolz] weiter. Die anderen Bären fühlen sich dadurch jedoch hintergangen und werden wütend. Sie denken, der Tanzbär wolle sie nur bloßstellen und jagen ihn fort.

Die Moral des Gedichtes/ der Fabel wird in der letzten Strophe beschrieben. Wenn man genauso ist, wie alle anderen, so wird man integriert. Unterscheidet man sich jedoch durch besondere Fähigkeiten von der Masse, so muss man darauf achten, nicht mit diesen Fähigkeiten zu prahlen. Am Anfang wird man zwar bewundert, aber im Nachhinein wird diese Bewunderung in Neid umschlagen und Hass entsteht. Dabei ist nicht die Fähigkeit selbst das entscheidende, sondern die Absicht, sich von den anderen abzuheben und etwas „besseres“ zu sein.

Ein typisches Gedicht der Aufklärung?

Für ein typisches Gedicht der Aufklärung sprechen zunächst die Art des Gedichtes (Fabel) und der Autor (Christian Fürchtegott Gellert).
Der Bär ist zunächst unfrei, kann jedoch in die Freiheit fliehen. Damit ist die Grundvoraussetzung für Aufklärung erfüllt. Allerdings ist er nicht wie alle anderen Bären, denn er kann tanzen. Zunächst zeigt er dies nur beispielhaft, wird aber dann übermütig und am Ende deshalb sogar vertrieben.
Diese Ereignisfolge erinnert an die Fürsten, die Kant in seinem Text über Aufklärung anspricht. Jene Fürsten, die selbst „aller Aufklärung unfähig sind“, aber sich dennoch für aufgeklärt halten und versuchen, das Volk von oben herab aufzuklären und zum Schluss vom Selbigen gestürzt werden.
Die Fähigkeit des Tanzens unterscheidet den Tanzbären von den anderen und stellt ihn höher. Er ist sich dessen bewusst und genießt es. Anstatt den anderen Bären beim Lernen des Tanzens behilflich zu sein, oder sich zumindest ihre Entwicklung anzupassen, prahlt er mit seinem Können. Die Volk-Bären werden daraufhin wütend und diese Wut schürt den Aufstand, der zur Vertreibung des Tanzbären führt.

Ein kleiner Tipp zum Schluss

Wenn du die nächste Deutsch Klausur auch rocken willst, dann empfehle ich dir dieses Büchlein – hat mir damals 12 Punkte (in Noten: 2+) gebracht 😉

3 Reaktionen zu “Der Tanzbär”

  1. Nenene sagt:

    Also fehlinterpretiert, der Bär wird keineswegs integriert, er stößt auf ablehnung da sein können zweckentfremdung ist. Es ist eine Fabel, Tiere spielen heir eine große Rolle. Ein Tanzender Bär zeugt von Sklaverei, ihm wurde diese Fähigkeit auferlegt, er brüstet sich mit ihr zwar, doch die anderen Bären erkennen dass der Tanzbär sklave der Gesellschaft wurde, Sklave der Unmündigkeit (Stickwort Kant) und werden nicht wütend.Ein gedicht ist auch nciht Typisch für eine Fabel, es zweckentfremdet diese. Les dir bitte die Fabeltheorie Lessings durch, dort sagt er, und ich zitiere: „[…]muss sie so kurz sein [wie] möglich. Alle Zierarten sprechen dieser Kürze entgegen.“ Je länger die Fabel, je ausgeschmückter, desto schwerer wird es den lehrsatz herauszufiltern.

  2. Keks sagt:

    Nenenes Interpretation klingt
    (da sie sehr epochenbezogen ist) in meinen
    Ohren ziemlich gut begründet, doch würde
    ich mir nicht anmaßen eine andere Möglichkeit
    der Interpretation, als „fehlinterpretiert“ zu
    bezeichnen.
    Das ist eine subjektive Frage der Wahrnehmung, die
    immer als richtig gilt, solange man sie durch Textbelege
    beweisen kann.

    Bitte für die nächste Interpretations-Bewertung merken:
    Meinungen sind nur als falsch zu bezeichnen, wenn sie nicht begründet wurden.

    P.S. Trotzdem Danke für eure Denkanstöße 🙂

  3. Der Autor war Lessing.

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